Basisübung Klimmzüge: Was jeder Anfänger wissen sollte

Klimmzüge sind die besten Eigengewichtübungen überhaupt. Ganz besonders eignen sie sich für den Aufbau der Oberkörpermuskulatur. Sie ergänzen auch jedes allgemeine Krafttraining ungemein.

Klimmzüge kann man überall machen, am besten an einer Klimmzugstange, zum bspw. an einer Klimmzugstange für die Decke oder an einer Klimmzugstange zwischen zwei Wänden. Doch wie bei jedem Sport musst du auch bei scheinbar simplen Klimmzügen wichtige Punkte beachten, um Verletzungen oder Verspannungen zu vermeiden.

Grundlagen

Bei einem Klimmzug simulierst du einen Klettervorgang, indem du deinen Körper an einer waagerecht gelegenen Stange hochziehst und anschließend langsam wieder herablässt. Dabei werden Oberarme, Rumpf- und Rückenmuskulatur trainiert. Diese Ausführung ist die Basis für das Training an der Klimmzugstange. Auch wenn Klimmzüge einfach erscheinen, bergen sie viele Fehlerquellen.

Auf diese fünf Dinge solltest du bei Klimmzügen achten:

  1. Umgreife die Klimmzugstange immer auch mit dem Daumen. Das sorgt für mehr Sicherheit und Halt.
  2. Presse deine Beine zusammen und halte sie senkrecht nach unten. Vermeide jegliches Anwinkeln oder Beugen der Beine. Das fördert die Körperspannung und gibt dir zusätzlichen Halt.
  3. Baue Spannung zuerst im Rücken auf und ziehe dann langsam den Körper nach oben.
  4. Bring das Kinn am Ende des Hochziehens über die Stange. Aber Achtung: Den Kopf nicht allzu sehr in den Nacken legen.
  5. Lasse den Körper anschließend langsam wieder nach unten, bis die Arme vollständig durchgestreckt sind. Halte den Körper während des gesamten Klimmzugs angespannt.

Das einfachste Klimmzugtraining

Der Aufbau von Muskeln erfordert Zeit, Regelmäßigkeit und Motivation. Im Idealfall machst du das Muskel- und Krafttraining zwei bis drei mal die Woche, jeweils eins bis zwei Stunden. Dabei ist es ganz egal, ob du nun Muskeln aufbauen, deine Kraft stärken oder deine allgemeine Fitness verbessern möchtest.

Das einfachste Grundtraining zur Stärkung des Oberkörpers besteht aus drei bis vier Klimmzügen, ausgeführt jeden zweiten Tag. Dieses Training kann mit Liegestützen / Push-Ups sehr gut ergänzt werden. Um auch stets die richtige Intensität beim Training sicherzustellen, solltest du bei jedem Satz so viele Klimmzüge machen wie möglich.

Am Anfang solltest du dir kleinere Ziele setzen und ggf. auf Unterstützung zurückgreifen. Widerstandsbänder können zu Beginn und auch später eine gute Hilfe sein. Alternativ nimmst du dir einen Trainingspartner zur Hand, der dir bei der Ausführung von Klimmzügen hilft. Eine andere Möglichkeit sind negative Klimmzüge, siehe dazu Hinweis [1] weiter unten.

Klimmzüge fallen am Anfang jedem schwer: Viele Muskeln, allen voran der Bizeps und der Trizeps, müssen sich an den neuen Bewegungsablauf und die Belastung anpassen. Dabei baut der Körper in den Ruhephasen vereinfacht gesagt mehr Muskelfasern auf. Für einen erfolgreiches Training und einen effektiven Muskelaufbau ist die Kenntnis und Anwendung des Pyramidentrainings ganz hilfreich.

Doch der wichtigste Punkt ist: Dranbleiben! Schon nach wenigen Wochen wirst du erste Erfolge feststellen. Nutze jeden kleinen Schritt als Motivation und fordere dich selbst weiter heraus!

Übrigens

Der Begriff Klimmzug kommt vom Verb „klimmen“, ein Synonym für klettern. Auf Englisch werden normale Klimmzüge als Pull Ups bezeichnet. Das sind Klimmzüge im Kammgriff, d.h. beim Greifen der Klimmzugstange zeigen die Daumen nach innen oder zueinander. Alternativ können Klimmzüge auch im Ristgriff gemacht werden, dabei zeigen die Handflächen zum Gesicht oder die Daumen nach außen. Auf Englisch heißen Klimmzüge im Ristgriff „Chin Ups“.

[1] Negative Klimmzüge

Das Nachgeben bei einer Bewegung in Richtung der Schwerkraft wird beim Krafttraining als „Negativ“ bezeichnet. Aus diesem Grund wird ein Klimmzug, bei dem nachgegeben wird, als ein „negativ Klimmzug“ bezeichnet. Konkret wird der Körper beim negativen Klimmzug von der oberen Position kontrolliert herabgelassen. Wichtig: die Muskeln sind dabei durchgehend angespannt! Die obere Position stellt dabei die Ausgangsposition dar, d.h. nach dem Negativ wird ein Trainingspartner oder eine Stütze (bspw. eine kleine Bank) benötigt, um wieder in die Ausgangsposition zu kommen.

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